SCHWARZWASSERSTELZ

Bereits im 12. Jahrhundert erwähnen Quellen die „Freien von Wasserstelz“. 1245 ging das Schloss an die „Freien von Tengen“. 1363 erwarb schliesslich der Bischof von Konstanz, Heinrich der III. von Brandis, das „Schwarze Schloss“, wie “Schwarzwasserstelz“ auch genannt wurde. In jenem Zeitraum – und in der Gegend von Zürich bis Konstanz – lebte und wirkte auch der Minnesänger Johannes Hadlaub.

Schwarzwasserstelz ca 1875 - kurz vor dem Abbruch (Herkunft der Foto unbekannt).

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1876, ein Jahr nach Abbruch des Schlosses, ist die Novelle „Hadlaub“ von Gottfried Keller erschienen. In der Novelle treten historische wie fiktive Figuren des Hochmittelalters auf: der Bischof von Konstanz, die Schlossherrin Kunigunde, ihre gemeinsame Tochter Fides, sowie Johannes Hadlaub. Dabei wird Schloss Schwarzwasserstelz auch mehrfach genannt und auch Ort der Handlung in Kellers Erzählung. «Hadlaub» gilt als Protestwerk gegen den damals drohenden Abbruch des Wasserschlosses.

Schloss Schwarzwasserstelz (Aquarell von J.H. Luttringhausen, 1783 – 1857

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Auf Darstellungen ist zu erkennen, dass der letzte Teil der Brücke vor dem Eingangsportal als Ziehbrücke   gestaltet war.

Zeichnung von 1832, (Views of the Upper Rhine, London, W. Tomblesson)

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Sechseckig erhob sich das Schloss Schwarzwasserstelz auf einem Malm-Felsen nahe dem nördlichen Ufer, umflossen vom Rhein. Wegen seiner Lage im Schatten des über hundert Meter höher gelegenen Hügelzuges des Belchen und Schleickert  wurde es auch „Schwarzes Schloss“ genannt.

Weisswasserstelz nach Franz Rücker

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Schwarzwasserstelz, ca 1840, mit den Oekonomiegebäuden: Getreidemühle, Scheune, Stallung, Oelmühle, Gipsmühle, Holzschopf und Waschhaus. (Gouache, Herkunft unbekannt).

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Erkennbar ist der eine Ast des Fisibach zur Wasser-Versorgung des Schlosses Schwarzwasserstelz und seiner Oekonomiegebäude, abgezweigt bei der heutigen Unterführung der Rheintalstrasse und der Bahnlinie.  Noch heute ist im Gelände dieser ehemalige Bachverlauf sichtbar.

Michaeliskarte ca 1840

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ZH 1850 Vier Nebengebäude - und in der Bleichi eine Mühle

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Heute sind bei einigen Bauwerken der Region Elemente von Schwarzwasserstelz zu betrachten:

Haus zur Arche, Bad Zurzach

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Das Portal von Schwarzwasserstelz und zwei Fenster sind im Haus zur Arche, ehemaligem Wohnhaus des Tierarztes Samuel Moor von 1875, heute ref. Kirchgemeindehaus.

Das Portal

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Steinquader am Bahnhofsgebäude Bad Zurzach Der 1876 erbaute Bahnhof im frühen 20. Jahrhundert.

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1876 "Westportal des neuen Dettenbergtunnels mit Arbeitern und Ingenieuren. Erinnerungsfoto zur Eröffnung der Bahnlinie Winterthur - Koblenz der Nordostbahn (NOB) am 1. August 1876." Im Zentrum der Theodolit auf Stativ der Vermesser.

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1809 ersteigerte die Gemeinde Rümikon für 80 Gulden zwei Glöcklein aus dem Turm der nahen Inselburg Schwarzwasserstelz.

Zwei Glocken in der Anna-Kapelle Rümikon

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Beide Glocken mussten von der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau umgegossen werden.


Einen Nachweis gibt es von der Giesserei Rüetschi vom 30.März 1973:

Glocke Ton E‘‘ Inschrift  oberer Rand:  HL ANNA BITTE FÜR UNSERE MÜTTER MIT IHREN FAMILIEN

Auf dem Mantel, Figur „Hl. Anna“

Altar in der Sebastians-Kapelle in Mellstorf

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Altar in der Sebastians-Kapelle  in Mellstorf


Der Altar soll aus der Kapelle der Schwarzwasserstelz stammen. Das Wappen der Tschudi von Schwarzwasserstelz in einer Kartusche im Altargiebel scheint dies zu bestätigen Die  Familie Tschudi war von 1587 bis 1831 Besitzerin des Schlosses.

Vier Figuren schmücken den Altar: Die der Heiligen Margareta, Verena, Johannes der Täufer und Maria.  Das Altarblatt zeigt eine Kopie des Gnadenbildes Mariahilf aus dem Dom von Innsbruck. 


Das Besondere am Retabel sind jedoch die geschnitzten Reliefdarstellungen der fünfzehn  Rosenkranzgeheimnisse. Rosenranken umfassen die einzelnen Bilder, wobei die Blütenknospen unterschiedlich gefärbt sind: Die Geheimnisse des Freudenreichen Rosenkranzes werden von silbernen, diejenigen des Schmerzvollen und Glorreichen Rosenkranzes von roten beziehungsweise goldenen Knospen begleitet. Die kleinen Kunstwerke werden dem 1700 verstorbenen Bildhauer Johann Friedrich Buol aus Kaiserstuhl zugeschrieben.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts diskutierte die Gemeindeversammlung von Wislikofen, zu dem Mellstorf seit 1899 gehört, zweimal über einen Verkauf des Altars. Man gedachte, mit dem Erlös die Finanzen der armen Gemeinde aufzubessern. Dank dem Widerstand des damaligen Pfarrers blieb der Rosenkranzaltar in Mellstorf.     

Text:

  • ​Dr. C. Mennen